PANIKPREIS PODCAST Folge #12
Shownotes
Er klingt eben nicht wie die andern, denn er hat eine ganz besondere und eigene Art, sich auszudrücken Das findet man nicht so oft bei deutschen Texten.
Der aus der Schweiz stammende Musiker haut dir was um die Ohren, dann geht er mit dir feiern, laut und wild, schüttet dir sein Herz aus und nimmt dich in den Arm. Die ganze Palette, die man Leben nennt.
Ein super interessanter Künstler, den wir Euch nur ans Herz legen könne. Nach der Podcast Aufzeichnung hatte er alle im Publikum die es noch nicht waren in Swiss Fans verwandelt!
Live aus der Alten Liebe in Hamburg.
Links:
Podcast als Video: 👉🏾 https://www.youtube.com/watch?v=fQ6xJU5T_qI&list=PLYPTDIeowdHNdK6bMqr5ZVtC5heWvTBWO
Bewerbung für de Panikpreis 2025: 👉🏾 https://www.udo-lindenberg-stiftung.de/panikpreis/
Swiss & die Anderen: 👉 https://www.instagram.com/swiss_666/
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👉 Tourdaten 2026 : https://missglueckte-welt.de/?brid=5iNdcyFT9Oenm29lz0EW0A
Udo Lindenberg Stiftung: 👉 https://udo-lindenberg-stiftung.de
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Arnos Ohrwurm: 👉 f*ckn bis der Frieden kommt: https://open.spotify.com/intl-de/track/60FN5W8xfLdnyWVOQDigRM?si=254d9f49daf64b7c
Transkript anzeigen
00:00:03: Hallo ihr Lieben, hier sind wir wieder mit unserem Panikpreispodcast.
00:00:07: Ich bin immer so von diesem Pop Pop irritiert, weil das so wie Popcorn klingt.
00:00:11: Das ist schon die zwölfte Folge und heute habe ich hier einen Gast oder haben wir hier einen Gast, auf den ich mich ganz doll freue.
00:00:18: Er ist nämlich tatsächlich von mir eine kleine Neuentdeckung und es hat mich kein geringerer als Udo Lindenberg auf ihn aufmerksam gemacht und zwar hauptsächlich als allererstes mal wegen seiner Texte.
00:00:30: Und ich war auch sofort völlig begeistert.
00:00:32: Wir haben uns inzwischen kennengelernt und mögen gelernt und machen auch ein bisschen was zusammen.
00:00:37: Aber jedenfalls jetzt ist er erstmal hier und jetzt wollen wir natürlich alles über ihn sein Weg und die momentane Situation wissen und vor allen Dingen auch, wie es losgegangen ist damals am Anfang.
00:00:47: Weil er ist nämlich mit seiner Band schon ganz schön lange dabei und das ist Swiss von Swiss und die anderen.
00:00:54: Wo seid ihr?
00:00:56: Also wichtig natürlich, Album gerade auf Platz zwei in die Charts gestiegen.
00:01:02: Es gab auch schon vor zwei Jahren mal Platz eins, wie ich gelesen habe.
00:01:06: Ich habe es eben gerade schon erwähnt, ihr seid ja schon eine ganze Weile dabei.
00:01:11: Faszinierend finde und vor allen Dingen auch bewundernswert ist, wie bleibt man dran?
00:01:17: Weil es gibt ja doch eine ganz schön lange Zeit, wo sich nicht so viel bewegt und die dann auch ziemlich steinig ist und wo ich mir vorstellen kann, also so war das zumindest bei mir, dass ich auch zwischendurch gedacht habe, scheiß drauf, lass sausen, wird eh nix.
00:01:32: Also wie hast du das gemacht, wie habt ihr das gemacht?
00:01:35: Ich glaube es ist ein bisschen einfach, es gibt diesen Spruch... finde eine Sache, die dir Spaß bringt und du musst nie mehr arbeiten.
00:01:43: Konfuzius.
00:01:44: Genau, ja.
00:01:46: Ich dachte Che Guevara.
00:01:49: Der hat es praktiziert.
00:01:52: Ne, ich glaube, bei mir war die Sache einfach die, dass das schon immer mein Ding war, Musik zu schreiben, Texte zu schreiben.
00:02:00: Das hat mir Spaß gebracht.
00:02:02: Und insofern haben sich die Niederlagen gar nicht so sehr wie Niederlagen angefühlt.
00:02:08: Sondern man hat immer das Gefühl gehabt, die Leute checken noch nicht, wie gut das ist, was man da macht.
00:02:13: Und sie sind Idioten und man muss es ihnen aufs Auge drücken.
00:02:18: Und das dauert halt ein bisschen, aber ich habe nie so resultatsmäßig gedacht, dass ich meinte, in drei Jahren will ich gerne da und auf der Bühne stehen.
00:02:30: Sondern ich habe immer irgendwie das gemacht, was mir Spaß bringt.
00:02:33: Und ich glaube, das ist auch das Einzige, was einen antreibt.
00:02:37: Wenn jemand zu mir kommt und sagt, ich will Musiker werden und ich will reich werden, dann sage ich ja, dann lass es lieber, weil das klappt in den meisten Fällen nicht.
00:02:47: Ich glaube, das ist das Wichtigste, dass man irgendwie was hat, was auch immer das ist.
00:02:50: Ich glaube, das ist beim Handwerk, was du lernst oder bei einem Sport, den du betreibst.
00:02:55: Immer das Gleiche, wenn du es machst aus dem Grund, dass es dir Spaß bringt, wenn das dein Ding ist.
00:03:00: Und so ist es noch heute.
00:03:02: Ich glaube, wenn ich jetzt bei Rewe Regale packen würde, würde ich trotzdem wahrscheinlich mich am Samstag mit meinem Kumpel-Sympor am Treffen mit Musik machen, weil das unser Ding ist.
00:03:12: Und ich glaube, das ist so ein bisschen das, was einen antreibt.
00:03:16: Und wenn es dann passiert, dass dann tatsächlich nach der langen Zeit man dann auch tatsächlich an der Spitze der Charts stattfindet, wie fühlt sich das dann an?
00:03:24: Ist es dann auch eher so eine Station oder ist es schon auch ein bisschen wie eine Belohnung für diese ganze Zeit?
00:03:33: Ich bin ehrlich gesagt kein großer Genießer.
00:03:38: Wenn wir auf Platz eins gehen, sag ich, warum nicht in den USA auch?
00:03:43: Nein, ich glaube, weil das alles so ein Stück weit einfach im Prozess passiert.
00:03:49: Es ist nichts, was mir einem zufällt.
00:03:51: Und ich denke, wow, das ist einfach passiert.
00:03:53: Und ich denke so, ja, okay, das ist jetzt cool.
00:03:57: Aber am Ende des Tages ist es nichts, wo ich mich jetzt extrem für abfeiere oder so.
00:04:03: Ich glaube, für mich ist es eher wichtig, Eine Musikkarriere ist eigentlich ein Marathon und kein Sprint.
00:04:11: Und ich glaube, es ist einfach für mich eher wichtig, dass ich noch in zehn Jahren Spaß habe mit dem, was ich mache.
00:04:17: Und vielleicht bin ich dann selber nicht mehr auf der Bühne oder mache was anderes.
00:04:21: Aber die Hauptsache an der ganzen Geschichte ist für mich, dass ich meinen Spaß nicht verliere.
00:04:28: Weil das ist, glaube ich, die größte Niederlage, die man einstecken kann.
00:04:32: Was ich natürlich so feiere, ist, dass das Album auf Platz zwei geht.
00:04:37: Second Rap auf Platz zwei, das finde ich super.
00:04:41: Also wirklich mal eine Band, die auch noch richtig was zu sagen hat auf so einem Platz zwei.
00:04:46: Das passiert normalerweise auch bei Udo, aber ihr seid ja noch eine Spur knaller härter.
00:04:50: Ich zitiere mal mein Ohrwurm von heute.
00:04:53: Ficken bis dein Baby kommt, ficken bis der Frieden kommt.
00:04:55: Geiler Song, hört euch den an.
00:04:57: Das ist im Prinzip genau das Statement zur Zeit.
00:04:59: Alle sind hier gerade am Reden, man muss wieder aufrüsten.
00:05:02: Und man muss die Wehrpflicht wieder einführen und du liegst lieber im Bett, wenn der Brief kommt mit deiner Freundin genial und mit sowas auf zwei, das finde ich geil.
00:05:09: Also Zeitgeistsong, Glückwunsch, Hammer Song.
00:05:12: Dankeschön.
00:05:13: Unser guter Freund Ferris hat das mal gesagt.
00:05:15: Wir sind natürlich absolut Sparte, aber für Sparte ziemlich groß.
00:05:18: Und ich glaube in Zeiten, wo halt irgendwie alles irgendwie so versucht sich an einen Zeitgeist zu orientieren, was den Sound angeht und die Songs und die Beats und so weiter und so fort.
00:05:32: halt es anders zu machen.
00:05:34: Ich glaube, das ist ein bisschen das Rezept von uns, dass wir irgendwie uns gar nicht so sehr versuchen, nach irgendeinem Zeitgeist zu richten, sondern einfach die Musik machen, die wir gerne hören würden.
00:05:47: Und zum Glück gibt's die noch nicht draußen.
00:05:49: Ich glaube, das ist ein bisschen das Ding, was uns so speziell macht.
00:05:52: Das macht uns natürlich für manche Leute auch unhörbar.
00:05:55: In allen Rockformaten finden wir nicht statt, weil die Sprache zu explizit ist.
00:06:01: vielleicht zu rapmäßig ist und zu groovy von den Beats her zum Teil.
00:06:08: Aber das ist auch unsere Superpower, weil es irgendwie... Diese Band kannst du nicht einfach so nachmachen.
00:06:15: Das
00:06:15: stimmt.
00:06:16: Und ihr habt noch was anderes, was ich auch geil finde.
00:06:18: Ihr bindet die Fans mit ein.
00:06:19: Das ist so Patreon mal ein bisschen anders.
00:06:22: Wie nennt sich das?
00:06:22: Sibbschaften oder so?
00:06:23: Sibbschaften.
00:06:24: Genau.
00:06:24: Das finde ich klasse.
00:06:25: Dass praktisch die Fans agieren wie Promoter.
00:06:28: Geiles Prinzip.
00:06:29: Genau.
00:06:29: Das ist natürlich ein bisschen auch aus der Not entstanden.
00:06:33: Du bist eine kleine Band von ein paar Jahren.
00:06:37: keiner will über die schreiben und keiner checkt, wie cool du bist.
00:06:40: Und dann denkst du halt, die Leute, die zu meinen Konzerten kommen, die können noch ein bisschen uns pushen.
00:06:45: Und da hat man so eine eine Handwäsche, die andere Geschichte draus gemacht.
00:06:47: Die dürfen dann zum Beispiel im Soundcheck schon rein und es gab Freibier und die kann sich dann das Ganze vorher schon angucken.
00:06:55: Das stößt natürlich an seine Grenzen.
00:06:57: Also wenn du, keine Ahnung, hier in der Sporthalle vor sieben tausend Leuten spielt und dann ist bei diesem Sibbschaftstreff irgendwie dreieinhalbfünfzig Leute.
00:07:06: Merkst du halt, dass es irgendwann an die Grenzen stößt.
00:07:10: Dass neben Leuten natürlich auch zum Teil übel, weil sie sagen, er hat sich voll verändert oder sie sind nicht mehr die gleichen.
00:07:15: Aber ja, meine Güte, am Ende des Tages versuchen wir immer sehr, mit den Leuten irgendwie zusammen zu sein und irgendwie cool zu sein.
00:07:24: Aber es geht natürlich, gewisse Sachen, die früher gingen, gehen einfach nicht mehr.
00:07:28: Das liegt einfach in der Natur.
00:07:30: Ich
00:07:30: verfolge das ja so ein bisschen.
00:07:31: Man macht euch ja auch immer dafür an, haben wir auch mit einem Vorgespräch darüber gesprochen.
00:07:35: Man unterstellt euch wegen dieser Texte Sexismus, Rassismus und so weiter.
00:07:39: Und das kommt interessanterweise genau aus der Ecke, wo ich auch einordne, nämlich eher aus der linken Ecke.
00:07:45: Das ist so ein Schwachsinn.
00:07:47: So eine Separierung, verschiedene Nischen.
00:07:50: Und wenn du jetzt nicht redest, wie das andere korrekt finden, dann bist du halt ein Rassist.
00:07:55: Also ein Mädchen hat das einfach mal sehr, sehr gut offen.
00:07:58: Punkt gebracht.
00:07:59: Sie meinte, wegen euch bin ich überhaupt erst auf Linke Ideologie gestoßen.
00:08:04: Aber ich höre euch jetzt nicht mehr, weil ihr seid mir nicht links genug.
00:08:07: Und dann meinte ich halt so, dann habe ich dich irgendwie auf deinem Weg schon ein bisschen begleiten können.
00:08:12: Ich muss ihn ja nicht komplett mit dir zu Ende gehen.
00:08:15: Und das ist ein bisschen symptomatisch.
00:08:17: Also als linke Band bist du natürlich nie allen dann links genug und wir haben ja auch gerade schon kurz drüber geredet.
00:08:26: dann hast du israel gaza da gibt es dann auch nur die seite und die seite und ich glaube das ist ein bisschen das problem aller linken bands die du kennst.
00:08:35: ich meine tonsteine scherben können davon ein lied singen Dass du irgendwann, also die Szene erwartet dann auch, dass du das Flaggschiff der Szene bist.
00:08:43: Und dann musst du bitte auch alles immer genauso machen, dass auch alle immer zufrieden sind.
00:08:47: Und das sind sie halt nicht, weil es auch die Linke in der Form gar nicht gibt, sondern da gibt es auch hunderttausend verschiedene Ansichten.
00:08:55: Und ich glaube, das ist ein bisschen etwas, von dem man sich frei machen muss.
00:08:59: Ja, es gab immer linke Mehrheiten in Deutschland.
00:09:01: Interessanterweise auch schon vor dem großen Drama.
00:09:04: Aber... Das große Drama hätte, glaube ich, verhindert werden können, wenn die Linke sich einig gewesen wäre.
00:09:09: Und genauso war es in der Bundesrepublik danach auch.
00:09:11: Es gab immer linke Mehrheiten, aber es war immer so, wie Swiss das gerade gesagt hat.
00:09:15: Rio Reiser wurde auch immer angemacht, schon damals von irgendwelchen Hebis.
00:09:19: Ich finde schon, dass sich diese Geschichte, diese Obsession, alles in irgendeine Schublade zu packen, sich diese Schublade anzueignen und diese Schublade auch jedem überstülpen zu wollen.
00:09:32: Ich finde, das hat schon ... extreme Ausmaße angenommen.
00:09:36: Und ich persönlich für mich empfinde es fast eher so als eine neue Marschrichtung zu sagen, ich verweige mich dem.
00:09:45: Versuche die Werte, um die es ja eigentlich geht.
00:09:48: Also alles, was wir ja damit eigentlich wollen, sind bestimmte Werte des Zusammenlebens und auch, wie man eine Gesellschaft gestaltet, wie man Politik gestaltet, dass wir das eigentlich suchen und versuchen dafür irgendwie einen Ausdruck zu finden.
00:10:02: Aber ich persönlich habe das Gefühl, ich tue mich dann... Mir gefällt es besser, mir diese Werte genauer anzugucken, als jetzt, wo ich das politisch einordne.
00:10:12: Und das fand ich so toll neulich.
00:10:14: Ich war ja neulich durfte ich ja da in deinem Schreibraum, in dem heiligen Schreibraum mit dir sein.
00:10:19: Und da sind wir dann ja in so eine Diskussion gekommen, die sich wirklich über so ein paar Stunden hingestreckt hat.
00:10:26: Und ich hab das als so toll empfunden, weil ich das seit langer Zeit mal erlebt habe, dass man richtig, richtig krasse und kontroverse Themen besp- ohne dass der andere schon mal darauf wartet, dass du endlich will, die Klappe hältst und ich endlich antworten kann und dir sagen kann, was ich denke darüber und so, sondern dass man sich zuhört, um etwas zu erfahren und nicht zuhört, um Recht zu haben und ganz schnell zu antworten.
00:10:51: Ja, ich glaube, ein ganz großes oder irgendwie ein Problem, mit dem wir zu kämpfen haben, ist natürlich, dass wir uns... nicht zuhören.
00:11:01: und ich finde unser Gespräch letztens ist ein super Beispiel weil Es ist halt auch okay in manchen Sachen nicht einer Meinung zu sein und das irgendwie anzuerkennen und zu sagen okay bis auf das sehen wir ein bisschen anders.
00:11:13: ohne dass ich uns in frage stelle verstehst du was ich meine und ich glaube das ist auch etwas was uns als gesellschaft ein bisschen abhandengekommen ist dass wir nicht mehr.
00:11:23: also wir streiten miteinander und stellen uns in frage als gemeinschaft und ich glaube das ist ein großes Problem, weil je mehr man zerfleddert, also man sieht das in den USA, wenn du nicht mehr miteinander redest, dann schießt du irgendwann aufeinander und so kommt man als Gesellschaft nicht voran und ich glaube, dass das in den nächsten Jahren noch sehr spannend wird, zu sehen, ob wir das irgendwie wieder uns anerziehen können oder uns gegenseitig leeren können oder ob das einfach nicht mehr zustande kommt.
00:11:57: Der hatte Musik früher so eine verbindende Kraft.
00:12:01: Inzwischen auch nicht mehr so.
00:12:03: Doch vielleicht die Pop-Music, Britney Spears oder so, da kann man sich drauf einigen.
00:12:06: Aber wenn man's wisst und die anderen hört, dann ist man doch schon ganz schön in der Ecke.
00:12:10: Wobei du
00:12:10: ja auch sehr persönliche Dinge beschreibst und Preis gibst und auch persönliche Notlagen oder auch... dunkle Phasen deines Lebens.
00:12:20: Ich habe hier jetzt noch ein Zettel in der Hand, weil ich ja auch als Kollegin natürlich sehr begeistert bin von deinen Texten.
00:12:27: Und das war sowieso so eine Frage, die mir gekommen ist, als ich gesehen habe, also als ich mir einiges durchgelesen habe und eben festgestellt habe, wie sehr du dich verletzbar machst, dadurch, dass du dir so ins Herz blicken lässt, ob das auch für dich sowas so eine therapeutische Wirkung hat, wenn du solche Songs schreibst.
00:12:45: Absolut,
00:12:45: ich bin... Grundsätzlich ein Typ, der nicht sehr gut darin ist, über seine Gefühle zu reden.
00:12:52: Ihr müsst euch vorstellen, ich bin hier groß geworden in der Gegend und das war einfach nicht das Pflaster, indem du zu deinem Kollegen hingehst und sagst, ich fühle mich halt nicht so gut und ich fühle mich irgendwie so schwach und dem nicht gewachsen, sondern es lebt alles von der großen Klappe und davon, dass man halt in gewissen Situationen auch einfach seinen Standpunkt Ja,
00:13:17: verdeutlicht.
00:13:18: Und alles, was man halt irgendwann mal an schwere Preise gegeben hat, wird dir irgendwann wieder aus Brot geschmiert, wenn du es überhaupt nicht essen willst.
00:13:28: Und das ist etwas, was ich bis heute so mit mir rumtrage, dass ich nicht gerne so mich verletzbar zeige.
00:13:37: Und wenn ich auf einem Song etwas schreibe, Dann ist da immer noch die Distanz, dass die Leute nicht, oder immer noch die Unklarheit, dass die Leute nicht wissen, stimmt das jetzt?
00:13:47: Meint er das ernst?
00:13:48: Oder das jetzt übertrieben?
00:13:50: Das heißt, es gibt immer noch eine Distanz zu meiner Person und die Leute wissen nicht genau, ist er jetzt wirklich so?
00:13:56: Holt er jetzt wirklich so rum?
00:13:57: Oder meint er das ernst?
00:13:59: Oder ist das einfach ein Song?
00:14:00: Und es gibt mir so einen... Das fühlt sich nach so einem Puffer an, der mir so ein bisschen so eine Komfortsohn gibt, wo ich mich dann auch gut öffnen kann und mich damit dann auch sicher fühle.
00:14:09: Ja, das kann ich gut verstehen und nachvollziehen.
00:14:12: Nun ist ja, Punk ist tot, ich war noch nicht zur Beerdigung eingeladen, aber...
00:14:18: Er ist natürlich nicht tot, weil wir sind da, das ist natürlich die... Der Twist in der Geschichte.
00:14:23: Ja, genau.
00:14:24: Und jedenfalls der Pankerl mit den krassen Texten und den krassen Auftritten wurde dann irgendwann Daddy und hat eine Tochter zur Kita gebracht, zur Schule gebracht.
00:14:35: Hat das was geändert an deiner Art, Musik zu machen und zu schreiben?
00:14:39: Und hast du denn auch manchmal gedacht, oha, irgendwann hört sie das und liest sie das?
00:14:43: Und dann sagt sie, ey Papa, wie wann das da mit dem Ficken bis der Frieden kommt?
00:14:48: In der Schule darf ich das nicht sagen, oder wie hat sich das ausgewählt?
00:14:51: Boah, ist eine gute Frage.
00:14:53: Wie mache ich das jetzt, dass ich nicht als schlechter Vater dastehe?
00:14:57: Also grundsätzlich ist meine Tochter sehr, sehr frech von Grund auf.
00:15:03: Ich weiß nicht, woher sie das hat.
00:15:05: Und wir wohnen mittlerweile in einer anderen Gegend, wo alles ein bisschen entspannter ist, als wenn man hier groß wird.
00:15:13: Das heißt, sie hat gewisse Sachen oder Einflüsse, denen ich ausgesetzt war als Kind, ist sie nicht ausgesetzt.
00:15:19: Nichtsdestotrotz ist es mir schon auch wichtig, dass sie auch Einflüsse hat, also dass sie halt irgendwie auch aus dem Auenland ab und zu rauskommt und auch für sich selber aufstehen lernt.
00:15:30: Und deswegen finde ich das auch... Also meine Texte sind nichts, wofür ich mich schäme.
00:15:34: Das ist ein Teil der Realität und das war meine Realität.
00:15:38: Und ich stehe auch hinter den Sachen.
00:15:40: Es gibt natürlich Dinge von ganz früher.
00:15:42: Ich komme ja aus einem Rap eigentlich, die ich heute höre.
00:15:45: Ich denke so, was war denn da mit dir los?
00:15:47: Aber auch das ist halt Teil meiner Geschichte.
00:15:50: Und ich habe nicht so Angst davor, dass sie es hört, aber ich versuche das schon.
00:15:55: Und ich glaube, das ist auch eher die Aufgabe, die man als Vater hat, das für sie einzuordnen.
00:15:59: Zu sagen, ey, guck mal.
00:16:01: Ich hab das damals so gemacht, das war die Situation oder ich hab so geredet, aber hier zu Hause reden wir nicht so.
00:16:07: Schon gar nicht du mit mir.
00:16:09: Ich mit dir auch nicht.
00:16:10: Gibt
00:16:10: es da eine Veränderung von außen, wenn die wissen, dass deine Tochter ist und nach dem Motto, was dein Papa da macht, die Zecke?
00:16:17: Ja, also meine Tochter war tatsächlich hier in der Kita auf dem Kiet.
00:16:20: Und da gab es ein paar Eltern, die, sag ich mal, unsere ... unsere Musik gehört haben.
00:16:26: Da hab ich dann so Merch gesehen von uns bei so Elternabenden.
00:16:29: Das war dann schon wild.
00:16:31: Das war sehr respektvoll.
00:16:32: Also die Hamburger sind allgemein eigentlich eher ein sehr respektvolles Völkchen, sag ich mal.
00:16:37: Es ist keine Stadt, wo du immer gleich Folgen labert wirst von allen Seiten.
00:16:43: Ansonsten weiß auch niemand eigentlich, wie meine Tochter aussieht.
00:16:46: Also ich... Ich bin auch jemand, was das Schlimmste, was du machen kannst, finde ich, ist deine Kinder ins Internet ziehen, damit du irgendwelche Likes und Instagram-Follower abgreifst, weil ich finde, ein Kind soll das später selber für sich entscheiden.
00:17:01: Super.
00:17:01: Ich hoffe, dass sie nie, weil ich musste sehr viele Kämpfe austragen, muss ich auch immer noch.
00:17:08: Und ich werde auch angefeindet und das sind auch Sachen, die mir auch auf der Straße ab und zu passieren.
00:17:13: Aber das hat noch nie jemand von meiner Tochter gemacht.
00:17:16: Das wäre für mich auch, glaube ich, etwas, wo ich mich sehr, sehr schwer zusammenreißen könnte.
00:17:21: Und deswegen will ich gleichzeitig nicht, dass sie, weil Leute wissen, wer ihr Papa ist, sie sich für mich gerade machen
00:17:29: muss
00:17:30: in irgendeiner Situation.
00:17:31: Deswegen verheimlichte ich das ziemlich.
00:17:34: Also ich gehe auch nie irgendwo, wenn ich wohin gehe und Leute nicht wissen, was ich mache.
00:17:39: Sag ich immer, ich bin Werbetexter.
00:17:43: Werbetexter für die gute Sache.
00:17:45: Oder du kannst ja die Punk-Schlager vorspielen, die du auch immer gemacht hast.
00:17:49: Nein, wirklich.
00:17:50: Ich sag das nie, auch wenn ich so ein Privatenkreis bin.
00:17:52: Es gibt nichts herrlicheres, als wenn Leute nicht wissen... was du machst.
00:17:57: Es gibt nichts Schlimmeres, als wenn du auf irgendeiner Privatfähte bist und die Leute denken, sie tun dir einen Gefallen, wenn sie ein Song von dir anmachen und du sitzt dann da und alle so zeigen auf dich Stimme, das ist wirklich unangenehm.
00:18:07: Oder
00:18:07: sie sagen sing mal was?
00:18:09: Ja genau, dann sag ich, was arbeitest du in der Versicherung?
00:18:11: Dann sag ich, da haben wir noch einen Vertrag wert.
00:18:13: Das ist natürlich, die Leute denken, wenn du Musiker bist, du hast einfach den ganzen Tag nur Spaß und nur gesoffen und alle... Gammeln rum.
00:18:23: und es ist am Ende des Tages auch so.
00:18:25: Also wenn ich letztes Jahr, haben wir in der Schweiz gespielt, meine Familie kommt ja ursprünglich aus der Schweiz, also mein Vater kam aus der Schweiz und da war meine Kusine mit ihrem Mann und es waren sehr, sehr viele Verwandte da und die kommen halt so ins Backstage und sind alle besoffen.
00:18:39: So nach der Show, also wirklich du kommst von der Bühne und die sind alle besoffen und dann will jeder auch sein Programm und jedes Kind hat noch ein Geschenk für dich und was gemalt.
00:18:48: Und du denkst halt so, ey, Leute, könnt ihr mir nicht einfach mal zehn Minuten geben, dass ich kurz einmal dusche?
00:18:53: Aber so ist das, ne?
00:18:54: Also die, äh, es ist ja leider auch, da sind wir auch bei der, bei der Thematik auch mit, mit Menschen, die deine Musik gut finden.
00:19:01: Es gibt ein respektvolles, ey cool.
00:19:03: Und dann gibt es Leute, die halt irgendwann die Grenze auch nicht checken.
00:19:06: So.
00:19:06: Und zum zehnten mal an einem Abend wegen nem Foto kommen.
00:19:10: Ah ja, das ist aber das Gefühl.
00:19:11: Du gehörst halt allen.
00:19:13: Der steht auf der Bühne, gehört nie im Foto, kennen wir auch.
00:19:16: Weil Ulu auch immer, da stehen dann die Leute, die schon sechzig Fotos haben, die machen da noch eins.
00:19:21: Und ich denke mir mal, warum, aber es ist mit den Leuten auch nichts zu verübeln.
00:19:24: Das ist tatsächlich so, wenn ich deine Platte kaufe, gehörst du mir
00:19:26: auch.
00:19:27: Ja, es ist ja auch, also wie gesagt, man freut sich ja auch.
00:19:32: Also, keine Ahnung.
00:19:33: Ich glaube, das geht eher um so... bisschen fein gefühlt.
00:19:37: Also
00:19:38: was du gerade gesagt hast, also ich kenne das ja auch, dass du noch ganz erschöpft und ganz woanders bist und dann wir stehen da zehn Mann und freuen sich wahnsinnig, dass du jetzt da bist.
00:19:48: Aber mal zu spüren, ey, die braucht jetzt mal einen Moment, um durch zu atmen.
00:19:52: Also wenn man den anderen wirklich wahrnimmt, kann man das ja eigentlich.
00:19:56: Und ich finde, das ist sowieso auch so ein grundsätzliches gesellschaftliches Phänomen, dass die Menschen immer mehr bei sich selbst sind und den anderen gar nicht so richtig wahrnehmen.
00:20:04: Wer gerade ist und was mit dem gerade los ist,
00:20:07: finde ich.
00:20:07: Also das ist zum Beispiel ein Grund, warum ich nach Shows nicht mehr an den Merch stand.
00:20:12: Früher sind wir hingegangen und das ist halt, wenn da irgendwie fünfhundert Leute kommen und dann stehen am Ende noch sechzig Leute an diesem Merch stand, wollen Fotos machen und du machst die glücklich, dann ist das auch cool.
00:20:21: Aber ab einer gewissen Größe, wenn du halt irgendwie vor dreitausend Leuten spielst und dann hängen da noch, keine Ahnung, zweihundert Leute an diesem Merch stand, alle ihre Ohren sind zu.
00:20:32: Du wirst nur angeschrien, alle sind besoffen, du schreist halt zurück.
00:20:36: Also wirklich am Merchstand hab ich immer meine Stimme verloren und bin krank geworden, weil du hast gesagt, was hast du da, genau cool, ja noch ein Foto und dann gibt dir jeder einen aus und am Ende bist du wirklich nochmal die Konzertlänge nochmal am Merchstand.
00:20:49: Hast du wirklich... zwanzig Liter Rotze im Ohr und ist nicht übertrieben.
00:20:53: Du bist taub, hast geschrien, hast keine Stimme mehr und gehst halt irgendwie dann mal duschen und wirst krank, weil du halt einfach so ausgekühlt bist.
00:21:00: Das nehmen einem Leute dann auch ein bisschen übelweise voll abgeroben.
00:21:04: Wir waren damals da und da ist man halt auch wieder an dem Punkt, ey, guck mal, ich bin halt heute hier und ich bin morgen in einer anderen Stadt und dann wieder in einer anderen Stadt und wenn ich das jeden Abend so mache, Dann sterb ich halt.
00:21:15: Ja, ja, klar.
00:21:16: Ja, aber das ist das, was ich meine, sich Indien mit anderen hineinzuversetzen.
00:21:20: Das ist ja auch, wie die Indianer sagen, ich benutze dieses Wort ganz bewusst, weil die Indianer meistens persönlich gar nichts dagegen haben.
00:21:26: Also die, die ich kenne.
00:21:27: Du kennst
00:21:28: Indianer?
00:21:28: Ich kenne Indianer von den Lakota.
00:21:32: Jedenfalls die sagen, du weißt gar nicht, wer ich bin, solange du nicht drei Tage in meinen Schuhen gelaufen bist.
00:21:38: Also sich wirklich mal vorzustellen, wie es dem anderen geht.
00:21:40: Das finde ich eine ganz wichtige Geschichte auch für die Kommunikation, auch generell für das gute Miteinander.
00:21:47: Aber es geht jetzt aber um das, was ich will.
00:21:49: Das verhindert das dann immer in solchen Momenten.
00:21:53: gerne noch mal von dir wissen möchte ist.
00:21:56: Ich habe mir ja auch mit Udo zusammen teilweise Songs von dir angehört und wir haben das gefeiert, weil wir fanden, dass das so ungefilter drüber kommt.
00:22:03: Also ich weiß nicht, ob ihr das auch kennt, hörst du Musik und du hast das Gefühl, da hat jemand gesessen und sich Gedanken gemacht.
00:22:09: Also was will ich denn erzählen und wie will ich es denn erzählen?
00:22:12: und wie kann ich das denn in einen originellen Refrain packen und nicht nur irgendwie so einfach so einen banalen Satz und so?
00:22:19: und bei dir habe ich immer das Gefühl im besten Sinne haut der mir das um die So, als ob das gerade eben so rauskommt aus dem.
00:22:27: Und das ist eben ungefiltert.
00:22:28: Es hat auch so was Kindliches.
00:22:30: Es hat so eine kindliche Seite, so ein rotsfrecher Junge, der jetzt sagt... und irgendwie rauslässt, was dem gerade so durch den Kopf und durchs Herz geht.
00:22:41: Wie passieren diese Texte?
00:22:43: Gibt es dafür so eine bestimmte Situation?
00:22:46: Musst du dich auch in eine Stimmung bringen, weil jeder geht da ja unterschiedlich damit um.
00:22:50: Wie passieren diese wahnsinnigen Texte?
00:22:53: Also ich gebe mir tatsächlich sehr, sehr viel Mühe mit meinen Texten.
00:22:57: Ich glaube, es ist immer so, oder wie ich Musik sehe oder Texte sehe, ist eigentlich immer ein bisschen auch, wie ich mir zum Beispiel wissenschaftliche Bücher wünsche.
00:23:08: Wenn eine Sache unfassbar kompliziert beschrieben ist, steige ich aus und ich habe das Gefühl, die Qualität von so guten wissenschaftlichen Büchern zum Beispiel liegt darin, dass sehr komplexe Zusammenhänge sehr einfach beschrieben werden.
00:23:23: Und das war eigentlich auch immer eine Qualität von Rap, zum Beispiel.
00:23:27: Ich komme aus einem Rap, wo Sachen halt sehr runtergebrochen gesagt wurden, aber so viel mehr gemeint haben.
00:23:35: Und deswegen versuche ich halt schon sehr nah an meinen Impulsen zu schreiben und bloß nicht affektiert zu wirken.
00:23:45: Also ich versuche, dass die Sachen so rauskommen, wie ich sie auch sagen würde.
00:23:49: Also ich bin kein Fan davon, es übermäßig zu stilisieren, sondern ich versuche irgendwie Es einfach runterzubrechen und damit verbringe ich schon sehr, sehr viel Zeit.
00:24:01: Also ich drehe und wurschelt schon ohne Ende an Songs rum, aber auch da gibt es natürlich Sachen, die in Schnee einfach so schnell.
00:24:09: Also ich habe zwei, drei meiner, würde ich sagen, best gelungenen Songs.
00:24:14: Die habe ich in einer halben Stunde runtergeschrieben, weil das in dem Moment sich alles schon so im Kopf sortiert hatte.
00:24:21: Wenn ich von mir selber sagen müsste, wo ist mir das am besten gelungen.
00:24:25: Ich hatte eine Zeit, da konnte ich überhaupt nicht schlafen.
00:24:27: Aber ich bestimmt drei, vier Monate habe ich gefühlt einfach nicht geschlafen.
00:24:30: Mal hier eine Viertelstunde, mal da und so weiter.
00:24:33: Dann bin ich ganz viel mit dem Auto nachts rumgefahren.
00:24:36: Und da ist mir so beim Autofahren so diese Zeile so, ich fahre durch die Nacht, morgens um vier, voll gepumpt mit Tabletten auf der Suche nach mir, nach was genau weiß ich nicht, ich sehe keinen Sinn, nach irgendwas, das mir beweist, dass ich am Leben bin.
00:24:46: Und das hatte ich so beim Fahren im Kopf und bin dann wirklich morgens um vier oder so in die Wohnung und hatte so einen alten Hip-Hop Beat, ich glaube, der Message von Nas.
00:24:55: Und dann habe ich da einfach so richtig wild irgendwie fünfzig, sechzig Zeilen runtergeschrieben.
00:25:02: Und daraus ist dieser Song eigentlich entstanden.
00:25:03: Und das sind dann so ... Eigentlich goldene Momente, wo man so nah, also ich glaube bei so Songs, die weh tun, da taucht man ja einmal ab in seine Seele.
00:25:15: Das klingt jetzt so sehr nach Namitabha, aber es ist so.
00:25:18: Also man taucht ganz tief ab und schafft es dann irgendwie auch viel mit hochzunehmen.
00:25:23: Manchmal klappt das ja nicht.
00:25:25: Manchmal hat man irgendwie ein tiefes Gefühl, was einen bewegt, aber man kriegt das nicht in Worte gefasst.
00:25:33: Und da bin ich wirklich echt tief getaucht.
00:25:35: Ich bin hochgekommen und hatte so das mit dabei.
00:25:38: Und das sind natürlich magische Momente.
00:25:39: Und das sind auch die Songs, wo Leute dann zu dir sagen, ey, ich schreibe doch mal wieder so ein Song wie Asche zu Staub und denkst du, ja, klar.
00:25:46: Also diese Zeilen, die du gerade zitiert hast, das ist auch was aus der kleinen Sammlung, die ich mir da gemacht habe, wo ich mir so ein paar Sachen rausgeschrieben habe.
00:25:53: Und Udo hat das ja auch mal sehr schön beschrieben, als das Tauchen nach dem nassen Gold.
00:25:57: Dass da ja einer muss den diesen Job ja machen.
00:26:00: Du sagst magische Momente, das kenne ich auch.
00:26:02: Und das liebe ich natürlich, die wünscht man sich immer wieder.
00:26:04: Manche nehmen Drogen oder Köpfen zwei Flaschen Rotwein, um das dann wiederzukriegen.
00:26:09: Die Muse ist sehr kapriziös und nicht so einfach zu zwingen.
00:26:13: Aber ich glaube, dass das auch die Momente sind, wenn man die teilt, bei denen man die meisten Leute berührt, die das auch kennen.
00:26:22: Das gibt ja so viele Dinge, das kennst du bestimmt auch, wo man so denkt, das geht jetzt nur mir so.
00:26:27: Weißt du?
00:26:28: Und als Künstler denkst du das auch oft, wenn ich jetzt darüber schreibe, wem interessiert das schon, weil das geht vielleicht noch mehr so und vielleicht noch zehn anderen Leuten, aber tatsächlich sind das diese Momente, wo ich sage, ja genau, ich suche mich auch.
00:26:42: Und ich bin auch nachts wach und denke, wer bin ich eigentlich, wozu lebe ich eigentlich, was ist eigentlich der Sinn?
00:26:47: Und so findest du nicht, dass das dann oft so ist, dass man erstaunt ist, wie viele man dann damit erreicht?
00:26:52: Also
00:26:53: hundert Prozent.
00:26:54: Ich hab das regelmäßig, dass ich dann zum Beispiel bei dem Song irgendwie unsere Konzerte sind ja eigentlich immer sehr wild, also die Leute springen und es ist sowieso Wellen, die so auf diese Wellenbrecher fallen und dann helfen sich alle hoch und es ist Bengalos und alle flippen aus und dann kommt so ein Song zwischendurch, dann dann siehst du die gleichen Leute halt so die Heulen und denkst so Wahnsinn, ich bin halt nicht der einzige dem das so geht und ich glaube das ist das was große Songs, das heißt große Songs, aber was Songs ausmacht, dass sie halt irgendwie die Sprache finden, die andere eigentlich auch in ihrer Tiefe liegen haben, aber die sie nicht finden.
00:27:32: Und eine Sache, die ich auch noch sagen wollte, das ist ja, also für alle, die es nicht wissen, die Beer ist ja auch eine überragende Texterin.
00:27:41: Und das ist eine Sache, als wir uns auch getroffen haben, dann habe ich mir die Sachen ja auch angehört und ich dachte, wow, so wie du schreibst, das kann ich nicht schreiben.
00:27:51: Und das muss ich aber auch nicht, weil das machst du.
00:27:53: Und ich glaube, das ist so wichtig, sich halt seine eigene Sprache zu finden und zu sagen, das ist meine Sprache.
00:28:01: Und wie gesagt, Sachen, die du schreibst oder wenn ich Songs von Alligator höre, ich denke, Wahnsinn, da komme ich im Leben nicht drauf.
00:28:10: Das ist einfach, glaube ich, wichtig, dass man sich klar wird, wer bin ich, wie rede ich, was ist meine Welt, was meine Sprache.
00:28:17: Missy Elliott hat zum Beispiel gesagt, wenn sie ein Album produziert, hört sie fünf Monate
00:28:21: keine Musik.
00:28:22: Und so ist es bei mir auch.
00:28:24: Also Leute kommen regelmäßig, hast du den neuen Song von dem und der gehört?
00:28:27: Ich so, nein.
00:28:28: Und ich bin der Meinung, dass Songs, die für mich wichtig sein werden, mich immer irgendwann finden.
00:28:34: Aber ich kann nicht in diese Flut von Musik im Internet eintauchen und mir meine Sprache und meine Welt und ... meine Ästhetik und das, was ich gerne mache, so jetzt ganz übertrieben sein, verpesten zu lassen.
00:28:53: Es sind immer noch die Songs von früher, die aus meiner Kindheit, die ich höre, wenn es mir schlecht geht, oder... Das ist einfach so.
00:29:02: Und ich glaube, deswegen hat Musik natürlich auch eine wahnsinnige Kraft, weil sie dich an Orte, in Situationen und zu Menschen zurückholen kann.
00:29:11: Da versagt Musik oft.
00:29:13: für mich persönlich.
00:29:15: Hier hat man ein Künstler erzählt, wenn er Songs schreibt, dann ist es wie wenn er ein Baby gebiert und dann ist das Baby da und dann gibt das weg und dann ist es wie so als hätte man ein Kind weggegeben.
00:29:27: Geht es dir auch so?
00:29:28: Ja, absolut.
00:29:29: Also das ist ja auch das Krasse.
00:29:31: Also es gibt ja Kunst nicht, wenn es keinen gibt, der sie betrachtet.
00:29:35: Es gibt ja Kunst nur im Auge des Betrachters und so ist auch Musik.
00:29:40: Wenn Leute immer sagen, ja, das war ja klar, dass das ein Hit wird, denke ich so, nein.
00:29:44: Also ich habe noch nie den Hit gehört.
00:29:46: Das ist ja auch der blödeste Spruch, wenn du bei irgendwelchen Plattenlabels sitzt und die dann sagen, ja, ich höre den Radiohit aber nicht.
00:29:53: Und dann denke ich so, hast du den jemals gehört?
00:29:56: Danach hast du ihn gehört, als es ein Hit war, weil die Leute entscheiden, ob das ein Hit wird oder nicht.
00:30:00: Aber ich konnte das noch nie sagen und ich finde auch diesen Anspruch bescheuert.
00:30:06: Aber was ich halt spannend finde ist, was Menschen mit der Kultur, die du sozusagen gebärst, damit machen.
00:30:15: Und so ist ja auch bei unseren Konzerten zum Beispiel.
00:30:17: Das sind so, mittlerweile sind das so wahnsinnige Sachen, die sich entwickelt haben.
00:30:23: Sprechküre, Tanzkoreos und so, wo du denkst, wann habt ihr euch das denn ausgedacht?
00:30:29: Und es hat sich halt entwickelt.
00:30:31: Und das finde ich, das ist das Schöne an Kunst.
00:30:33: Sie gehört irgendwie auch uns allen.
00:30:36: Und wir alle gestalten sie weiter.
00:30:37: Das ist übrigens auch etwas, was sich unter anderem, also neben den Texten bei Swiss und die anderen, bei deren Musik lohnt, weil die haben unglaublich viele Ohrwürmer.
00:30:46: Also ihr habt ja auch...
00:30:48: Den Hit, meinst
00:30:48: du.
00:30:48: Naja, ihr habt ja auch wirklich viele so Mitsing-Teile in den Songs.
00:30:53: Und das animiert dich dann auch automatisch.
00:30:56: Also wenn ich bei dir im Konzert wäre, würde ich wahrscheinlich auch dauernd diese ganzen Lala-Teile und alles, was da so ist, auch sofort mitsingen.
00:31:02: Das ist ja auch easy dann drin.
00:31:04: Und das finde ich so ein tolle Kombi.
00:31:05: Das sind tolle Texte.
00:31:08: Es ist trotzdem immer noch so ein bisschen punkig independent, dann nicht ein bisschen.
00:31:11: Es ist schon auch punkig independent und dann ist es aber eben auch... Ich sag jetzt mal das böse Wort kommerziell, urwurmig.
00:31:18: Also das ist eine sehr, sehr spannende Mischung, finde ich, die ihr habt.
00:31:21: Und übrigens, ich könnte auch nicht so schreiben wie du.
00:31:23: Also ich finde das ja super spannend, dass wir jetzt sozusagen jetzt ein Mischling gebären.
00:31:31: Spannend.
00:31:32: Das wusste ich auch noch gar nicht.
00:31:33: Das ist ja herrlich.
00:31:34: Es ist ja auch geheim eigentlich.
00:31:36: Mehr wird auch noch nicht verraten und wer weiß auch überhaupt, ob der auf die Welt kommt.
00:31:40: Die Schwangerschaft ist auf jeden Fall verläuft soweit ganz gut.
00:31:43: Aber das finde ich ja auch so.
00:31:45: Für mich ist es super spannend auf diese Weise.
00:31:48: Meine Komfortzone.
00:31:49: zu verlassen, in der ich mich auskenne, denn die Komfortzone ist ja die, wo man sich auskennt.
00:31:54: Und da draußen sind aber so viele spannende Sachen, wo man eigentlich auch ganz gerne mal gucken würde.
00:31:58: Sich da dann mal auszuprobieren, das ist natürlich großartig.
00:32:02: Aber das ist ja das Ding, was wir vorhin hatten, dass man keine Berührungsängste haben darf.
00:32:06: Wahrscheinlich würde jeder andere linke Band sagen, mit der arbeite ich nicht, mit der Kommerztante oder umgekehrt.
00:32:11: Ich habe ein anderes Beispiel, möchte ich noch ansprechen.
00:32:13: Wir haben einen gemeinsamen Freund in Leipzig, Sebastian Krumbiegel, Prinzensänger, der jedes Mal, wenn ich ihn treffe, mir Swiss und die anderen.
00:32:37: Wir haben tatsächlich ein Song gehabt.
00:32:38: bei der vorletzten Platte, wo
00:32:42: ich
00:32:42: ... meinte, ey, das klingt wie so ein Prinzensong.
00:32:44: Und da meinte er, ja, dann lass uns doch die Prinzen anfangen.
00:32:47: Das war eine
00:32:48: große Freiheit?
00:32:49: Nee, das war auf erstmal zu Penny.
00:32:50: Ah ja, erstmal zu Penny, genau.
00:32:52: Unsere
00:32:52: Platte ist erstmal zu Penny, das kleine Fun-Fact.
00:32:55: Wir haben wirklich das Cover vom Penny hier geschossen.
00:32:58: Echt?
00:32:59: Und es war auch noch Rieperbahnfestival.
00:33:00: Es war so witzig, weil da auch so tausend Leute im Cover stehen, die einfach dich noch nie gesehen habe in meinem Leben.
00:33:05: Aber es war sehr, sehr witzig auf jeden Fall.
00:33:07: Genau, und dann meinten die, ja... Die Band steht nicht, die ist nicht so links, aber Sebastian findet das cool und ich dachte ja cool, also mehr wollte ich auch eigentlich gar nicht als ihn.
00:33:18: Hey, und dann ist er gekommen und ist einfach bis heute so ein geiler Typ, der einfach Musik liebt, der es liebt zusammen zu machen, zu flaschen und ich glaube, das zeichnet auch Leute aus, dass sie halt eben nicht, also auch mir gefällt zum Beispiel Schlager.
00:33:38: Ich habe eine linksradikale Schlagerplatte während Corona gemacht und das ist bis heute etwas, was ich am meisten mag.
00:33:45: Und die ist halt super poppig, aber halt total viel zu hart für Pop.
00:33:50: Und das finde ich halt immer spannend, wenn Sachen entstehen.
00:33:52: Das ist cool, das ist ganz anders, das ist auch cool, das mal zusammenpacken.
00:33:56: Und ich finde, das sind immer die interessantsten Dinge, die es gibt.
00:33:59: Und ich liebe sowas.
00:34:01: Voraussetzung, die anderen Leute sind auch offen und haben... Bock, einfach Musik zu
00:34:05: machen.
00:34:05: Ja, die Fusion macht ja auch Sinn, weil Sebastian, das muss man dazu sagen, auch so einer von uns ist gegen Nazis.
00:34:11: Also das ist, ich kann nicht sagen, wir wohnen in derselben Stadt, nicht lustig im Osten.
00:34:15: Ja, ich weiß.
00:34:16: Und das führt bei ihm natürlich auch dazu, dass er inzwischen tatsächlich auch Auftritte macht in Ostdeutschland mit dem Klavier alleine und du musst Polizei und Securities dazu wohnen.
00:34:24: Ich weiß.
00:34:24: Und so weit ist es schon gekommen.
00:34:27: Und umgekehrt gibt es eine Menge Leute, die sagen, dieser... Radikale Prinz, der ist ja völlig auf dem falschen Wege.
00:34:35: Also das ist immer wieder beim selben Thema.
00:34:37: Der geht an die Basis, bietet den Nazis die Stirn und kriegt dann auch noch von oben von den Leuten, die jetzt eigentlich die Prinzen hören, eine aufs Maul dafür.
00:34:44: Was ein Quatsch.
00:34:45: Es reduziert sich immer mehr auf die, auf die es aufeinander losgehen und gar nicht mehr so sehr die Inhalte sind, gar nicht mehr so wichtig.
00:34:52: Und deshalb, ich meine, am Ende des Tages geht es doch darum, dass wir Musik lieben, dass wir Musik lieben, dass wir etwas tun, was du gesagt hast, was unser Herz bewegt.
00:35:01: was uns Spaß macht.
00:35:02: Das ist es doch, worum es eigentlich geht.
00:35:04: Es geht doch nicht immer darum, was der andere falsch oder anders oder besser denken sollte oder sein sollte.
00:35:11: Also,
00:35:11: wie ich vorhin gesagt habe, wenn ich bei Riva Regale packen würde, ich würde trotzdem ein Samstag mit meinen Freunden Musik machen.
00:35:18: Und das klingt jetzt wirklich wie so zwei Euro ins Phrasenschwein.
00:35:22: Aber wenn ich seitlich denken kann, zurückdenke, war immer am Ende das, was mich auch durch schwere Zeiten getragen hat.
00:35:31: Musik zu machen.
00:35:32: Also während Corona, ich bin grad Vater geworden.
00:35:35: Wir hatten eine ausverkaufte Tour eigentlich vor der Nase.
00:35:41: Wir hatten zum ersten Mal hier die Sporthalle mit sieben tausend Leuten ausverkauft und wir sind so von der Bühne gekommen und dachten, so ja, uns gehört die Welt und jetzt geht's ab.
00:35:49: Und dann war halt gar nichts.
00:35:50: Da war ich am Anfang wirklich komplett überfordert.
00:35:53: Also richtig, das hat mich sehr mitgenommen.
00:35:56: Und ab dem Moment, wo ich dann wieder gesagt habe, weißt du, was scheiß drauf?
00:35:59: Ich fange jetzt an Musik zu machen und mich selber auch anzuzünden.
00:36:03: Und da hatte ich halt die Idee so, jetzt habe ich Zeit für eine linksradikale Schlagerplatte.
00:36:08: Ich habe so viel Spaß gehabt.
00:36:10: Und auf einmal saß ich nach ein paar Wochen wieder da und ich denke so, boah, ist das geil gerade.
00:36:14: Das ist auch immer eine Sache, wenn mich Leute fragen, was wünschst du dir für deine Tochter, was sie wird?
00:36:19: Ich wünsche mir einfach, dass ihr etwas findest, was dir Spaß bringt.
00:36:22: Absolut, glaubst du an die revolutionäre Kraft von Musik?
00:36:25: Hundert Prozent, also glaube ich total.
00:36:28: Und deswegen glaube ich, dass Musik, die auch revolutionär ist, wichtig ist und bleibt.
00:36:35: Deswegen appelliere ich auch immer an andere Leute oder an anderen.
00:36:38: Es ist halt schon auffällig.
00:36:39: Du hast ganz viele kleine Bands, die irgendwie aussterben, weil die Leute nicht mehr die zehn Euro dafür ausgeben und halt zu den Stadionbands aus den USA oder zu deutschen Stadionbands gehen.
00:36:50: Und ich sag zu den Leuten immer, ihr tut einer Kulturlandschaft keinen... Gefallen, wenn ihr diese kleinen Bands in solchen Läden hier spielen, wenn ihr die auslasst und irgendwie für hundertvierzig Euro euch zum dritten Mal Beyonce gibt so.
00:37:04: Und ich glaube, dass das wichtig ist, dass die Menschen auch die Menschen, die keine Musik machen, sich bewusst sind, was wir für eine großartige Kunstlandschaft haben.
00:37:14: Und wie viel, also gerade bei Corona hat man es gesehen.
00:37:17: Was haben denn die Leute gemacht?
00:37:18: Wir haben Werke geguckt, gehört gelesen.
00:37:22: die geschaffen worden sind.
00:37:24: Und deswegen ist es eine ganz wichtige Sache, die unsere Gesellschaft zusammenhält, dass man das auch zu schätzen weiß und sagt so, ey guck mal, ich gehe jetzt mal in die Bar nebenan oder in den kleinen Laden nebenan und guck mir diese Band aus Dublin an, die ich noch nie gehört habe und stehe da mit siebzehn anderen Leuten.
00:37:42: und meine Erfahrung ist, das sind oft die... besten Konzerte, die man erleben kann.
00:37:49: Also ich weiß noch vor vier Jahren das erste Mal Menas Moos, ich kannte sie so und ich fand die voll geil und ich habe die im Wagenbau gesehen, Laden, den es nicht mehr gibt und da waren so dreihundert Leute und das war, alle sind ausgeflippt.
00:38:02: und das ist bis heute, denke ich so, ich liebe diese kleinen Konzerte, wo etwas noch ganz klein ist und keim.
00:38:09: Support your local band, kann man nur noch sagen.
00:38:11: Und wo eine Gesellschaft ohne Musik hinführt, das merkt man ja in so Ländern wie Afghanistan
00:38:17: zum Beispiel.
00:38:17: Ja, das ist
00:38:19: ganz wichtig.
00:38:20: Das meinte ich mit der revolutionären Kraft, das kann auch ein Kitt sein, Musik kann auch ein Kitt sein, Musik kann auch anregen.
00:38:26: Auf jeden Fall hat man immer was zu sprechen.
00:38:28: Ja, das ist auch wichtig, dass du halt auch da eine Vielfalt hast.
00:38:33: Also ab dem Moment, wo man anfängt, gewisse Bands zu canceln.
00:38:37: weil sie etwas sagen, was dir nicht gefällt oder weil du es schwierig findest, nimmst du halt der Gesellschaft ihre Vielfalt.
00:38:46: Und ich glaube, dass wir davon, dass das das aller, allerwichtigste ist, wo wir auch... Es ist ja, ey, ich sag das jetzt als Sänger in einer Punkband.
00:38:55: Ich hake nur auf Deutschland rum.
00:38:57: Aber am Ende des Tages muss man sich mal bewusst sein, wenn du auf die ganze Welt guckst, alle meckern immer rum.
00:39:05: Wie gut wir es hier noch haben.
00:39:07: Wir leben in einer freien Gesellschaft, wir können für alles demonstrieren, auch wenn irgendwelche Wutbürger sagen, man darf gar nichts mehr sagen.
00:39:14: Du hast es doch gerade gesagt.
00:39:16: Wir haben wirklich ganz viele Möglichkeiten.
00:39:19: Wir haben ein Gesundheitssystem, wir können zur Schule gehen.
00:39:23: Das ist trotzdem sehr, sehr viel Gutes noch.
00:39:25: Und genau so ist es mit der Kunstlandschaft.
00:39:27: Und ich glaube, das sollte man sich öfters mal auch vor Augen halten, wie toll das ist und wie sehr uns das bereichert.
00:39:32: Diese
00:39:32: Mecker- und Jammerkultur ist ja sowieso so eine Unart, weil ich meine, es kriegt ja wirklich niemand die Welt besser gemäckert.
00:39:39: Habe ich schon immer zu meiner Mutter gesagt, wenn das möglich wäre, Mama, würde ich mit dir meckern den ganzen Tag.
00:39:44: Hier ist ein Satz von dir aus einem Text, der da ganz gut dazu passt.
00:39:47: Doch das ist alles, was ich habe, das ist alles, was ich bin.
00:39:49: Wenn ich nicht schreibe, dann weiß ich nicht wo.
00:39:52: Das ist von mir?
00:39:53: Das ist von dir.
00:39:54: Tatsächlich.
00:40:02: Doch ein Träumer lässt sich niemals sein Traum verbieten.
00:40:05: Paar Jahre später bin ich auferstanden aus Ruinen.
00:40:08: Und so weiter.
00:40:09: Also ich habe hier einen ganzen Zettel, den hätte ich euch ja gerne noch mit euch.
00:40:12: Musiker, aber auch Unternehmer, das gibt es auch noch, oder?
00:40:15: Ja, auch das ist natürlich Teil der Realität.
00:40:18: Man muss ja auch seine Kinder annähern.
00:40:21: Und das ist natürlich auch etwas, was gerade in der Punk-Szene auch um die Ohren geltet.
00:40:27: ... genagelt wird, dass man auf einmal Geld verdient und...
00:40:30: Also weißt du, man kann es nie allen recht machen.
00:40:33: Wenn du über das Wasser läufst, kommt irgendjemand und sagt, sag mal, kannst du gar nicht schwimmen?
00:40:37: Oder ne, genau, was steht mal die Füße?
00:40:39: Du machst das wassandreckig.
00:40:41: Also erstmal würde ich gerne noch, dass du drauf hinweist, was jetzt im Dezember noch so los ist bei dir.
00:40:46: Genau, wir haben...
00:40:48: Bei euch.
00:40:49: Genau, wir haben, ich weiß gar nicht, ob es da noch ein paar Tickets für gibt.
00:40:52: Auf jeden Fall spielen wir zweimal, das haben wir so in unser Album Box gemacht.
00:40:55: Wir spielen zweimal hier in der großen Freizeit XXX.
00:40:58: Am neunzehnten und am zwanzigsten, ich glaube für neunzehnten gibt es sogar noch so ein paar Boxen.
00:41:04: Und am Mittag des zwanzigsten machen wir ein Live-Podcast.
00:41:08: Ich habe mit meinem Freund Chris Harms von der Band Lord of the Lost.
00:41:11: Schöne Grüße.
00:41:13: Einen Live.
00:41:14: Podcast oder wir machen Podcast.
00:41:15: Der ist ziemlich geil, muss ich mal sagen.
00:41:17: Danke schön.
00:41:17: Weil es geht von Bananitäten bis hin über Depression und Knaller der politische Themen.
00:41:22: Genau,
00:41:23: der
00:41:24: ist zwischen Tour und Angel.
00:41:25: Wir hatten auch einen Mann, zum Beispiel bei uns im Podcast, der ist markant.
00:41:30: Das ist so jemand, der so ein linker YouTuber, würde ich sagen, der auf rechte Demos geht und auch mit den Leuten redet und tatsächlich auch oft Kids aus den Fängen dieser Leute irgendwie raus argumentiert.
00:41:43: und das ist ziemlich cool.
00:41:44: und das ist eine Sache, die wir sehr anspruchslos betreiben, also das muss zu nichts führen, wir wollen damit auch nicht irgendwie der Podcast Nummer eins werden, aber es macht Spaß.
00:41:55: und da machen wir ein Live-Podcast und dafür gibt es auf jeden Fall... Schändlicherweise noch ein paar Tickets.
00:42:00: Mittags um zwölf.
00:42:01: Mittags um zwölf, genau.
00:42:02: Auf der großen
00:42:02: Freiheit.
00:42:03: Zwischen echt, muss man sich vorstellen, in der Konzertlocation, wo am Abend wieder gespielt wird.
00:42:07: Das heißt, es wird so ein ehrliches Erlebnis zwischen Kisten und Boxen und schlecht gelaunten Mitarbeitern unserer Crew.
00:42:18: Die, die
00:42:19: ich da früher aufstehe.
00:42:19: Die so früh
00:42:20: noch gar nicht da sein wollte.
00:42:23: Gab da auch ein Gast da oder seid ihr nur zur zweiten?
00:42:25: Ähm, das verrate ich noch nicht.
00:42:26: Ah,
00:42:27: okay, cool.
00:42:27: Ja, also auf jeden Fall war das echt schön, dass du da warst.
00:42:31: Danke
00:42:31: für die Einladung.
00:42:32: Ja, ein sehr, sehr schönes Gespräch.
00:42:33: Und ich glaube, wir haben jetzt genug Zucker ausgeworfen, um die Menschen, die dich noch nicht kennen, euch noch nicht kennen, für euch zu interessieren und für eure Musik.
00:42:43: Danke dafür.
00:42:43: Und ich gehe mal davon aus, dass das noch die nächsten Jahrzehnte ein Teil unserer Kulturlandschaft bleiben wird.
00:42:51: Also ich meine, wenn du dich jetzt schon in Richtung Schlager auch schon mal so ein bisschen... Und jetzt bin ich noch auf der Szene erschienen.
00:42:59: Da ist schon eine Bandbreite, auf der man aufbauen kann.
00:43:03: So lange es Spaß macht, ich bin nicht so scharf.
00:43:05: Also ich muss nicht noch in fünfzehn Jahren auf der Bühne stehen oder so.
00:43:09: Aber solange ich irgendwie ein bisschen schreiben kann und Spaß haben kann.
00:43:13: Du, das hat Mick Jagger mit Femme und Dreißig auch gesagt.
00:43:15: Und guck, wo der heute steht.
00:43:16: Also da wäre ich mal vorsichtig.
00:43:19: Ich wünsch mir, dass wenn es mal tatsächlich soweit kommt, ganz viele Leute deinen Ratschlag sich zu Herzen nehmen.
00:43:25: Ficken, bis der Frieden kommt.
00:43:26: Toller Song, müsst ihr euch anhören.
00:43:27: Tolles Album überhaupt alles.
00:43:29: Gibt super Songs.
00:43:29: Übrigens gibt's von Ficken, das würde ich auch noch sagen, eine tolle Anplugged Version im Netz.
00:43:34: Die ist genau hier aufgenommen worden.
00:43:36: Bis am Paulibahnhof.
00:43:37: Swiss.
00:43:38: Geil, dass wir uns jetzt mal kennengelernt haben, du nicht immer nur aus dem Handy von Sebastian konzentriert.
00:43:44: Und ganz wichtig, zwölfter, zwölfter.
00:43:49: Ja, zwölfter, zwölfter sind, bist du auf allen YouTube und
00:43:53: YouTube
00:43:55: und Audioplattformen zu sehen und zu hören.
00:43:57: Also quasi
00:43:57: ab heute.
00:43:58: Also quasi ab heute.
00:44:01: Genau.
00:44:02: Ja, ich bin verwirrt, aber das ist ja schön, das ist ein schönes, intensiven Gespräch.
00:44:06: Da hast du doch mich, mein Schatz.
00:44:07: Ja, stimmt.
00:44:08: Alles klar.
00:44:09: Vielen Dank.
00:44:09: Vielen
00:44:09: Dank, bis zum nächsten Mal und danke euch hier in der Alten Liebe.
00:44:13: Danke der Alten Liebe.
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